Erstes Wiki-Sahara-Detail: Sarkozys Handschrift in OCP-Übereinkunft
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Das erste Kabel der US-Botschaft erwähnt 3-Milliarden-Geschäfte für Sarkozy, während die Westsahara-Politik sich marokkanischen Positionen annähert. Unter den Abkommen, die Sarkozy unterzeichnet hat, war die Nuklearvereinbarung mit dem marokkanischen Phosphatplünderer OCP.
Veröffentlicht: 06.12 - 2010 22:53Druckversion    
Nicht offizielle Übersetzung durch Western Sahara Resource Watch (FHL)

„Sarkozy und sein Gefolge schlossen während des Staatsbesuchs in Marokko Kaufverträge über Militär- und andere Handelsgüter in Höhe von rund 3 Milliarden Euro ab, darunter über den Kauf einer Fregatte für die Marine“ des Königreichs, stellt die dortige US-Botschaft in der am 29. Oktober veröffentlichten Verlautbarung über Sarkozys Besuch fest. Bei dem Schreiben handelt es sich um das erste Dokument der kontroversen Wikileaks-Webseite, das die Westsahara erwähnt.

Der Text nimmt direkt Bezug auf den von der französischen Nuklearunternehmensgruppe Areva und dem staatlichen Phosphatunternehmen Marokkos (OCP) abgeschlossenen Vertrag. Die Vereinbarung sieht die Urangewinnung aus der Phosphorsäure der marokkanischen Firma vor.

OCP betreibt seinen illegalen Bergwerksbetrieb im besetzten Westteil der Westsahara unter Verletzung internationalen Rechts, wie aus dem Rechtsgutachten der Vereinten Nationen aus dem Jahre 2002 ersichtlich ist. Die staatseigene Firma OCP erschließt Phosphatvorkommen sowohl in Marokko als auch in der Westsahara.

Gleichzeitig hielt die US-Botschaft fest, wie Präsident Sarkozy durch seine Feststellungen die Repräsentanten der saharauischen Bevölkerung verärgerte:

„Sarkozys Bemerkungen zur Sahara scheinen Frankreich weiter der marokkanischen Position anzunähern, da sie so von einem Großteil der marokkanischen Presse eingestuft wurden, die diese als einen Durchbruch in der französischen Politik in Sachen Sahara werteten. Uns scheint, dass die Polisario-Führung gegen Sarkozys Feststellungen protestiert hat“, erklärte de US-Botschaft in Rabat im ersten vertraulichen Schreiben über die Westsahara, das Anfang Dezember von Wikileaks veröffentlicht wurde.

Marokko macht sich der illegalen Besetzung der Westsahara schuldig, und bezeichnet diese als Teil seines eigenen Staatsgebiets. Kein einziges Land der Welt erkennt die marokkanische Souveränität über die Westsahara an, und dieser Anspruch wurde 1975 vom Internationalen Gerichtshof kategorisch zurückgewiesen.

    


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Marokko hält den größten Teil seines Nachbarlandes, der Westsahara, besetzt. Jede Geschäftsbeziehung mit marokkanischen Firmen oder Verwaltungen in den besetzen Gebieten verleiht dieser Besetzung ein Stück politische Legitimität. Sie schafft Arbeitsplätze für marokkanische Siedler und verschafft der marokkanischen Regierung Einnahmen. Western Sahara Resource Watch fordert alle ausländischen Firmen auf, die Westsahara zu verlassen, bis eine Lösung dieses Konfliktes herbeigeführt worden ist.
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