Evaluationsbericht über das marokkanisch-europäische Fischereiabkommen
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Im Juni 2011 forderte Western Sahara Resource Watch /WSRW  – gemeinsam mit andern Organisationen –  die zuständige EU-Kommission auf, den vorliegenden  unabhängigen Evaluationsbericht über das „Fischereipartnerschaftsabkommen  zwischen der Europäischen Union und Marokko offen zu legen.
Veröffentlicht: 05.03 - 2012 21:03Druckversion    
Das Beratungsunternehmen “Océanic Développement“ nahm im Auftrag der EU Kommission eine unabhängige Analyse  des Fischereiabkommens zwischen der EU und dem Königreich Marokko vor und überprüfte dabei die Einhaltung und Auswirkungen des Vertrags für den Zeitraum von  2007 bis 2010.

Doch im Jahr 2011, als es darum ging, das Fischereiabkommen mit Marokko um weitere zwölf Monate zu verlängern, wurde dieser analytische , hoch brisante Bericht vor der Öffentlichkeit unter Verschluss gehalten: Selbst EU-Parlamentarierinnen und Parlamentariern hatten nur sehr begrenzten Zugang zu dieser Analyse.

Die zuständige EU-Kommission hat nun der Forderung  von WSRW entsprochen und  diesen Evaluationsberichtes  zur Veröffentlichung freigegeben.

Der soeben veröffentlichte und unten angeführte Bericht zeigt deutlich die großen Mängel gerade in finanzieller, aber auch in Meeres-ökologischer Hinsicht auf: So hat dieses Abkommen einerseits zu einem riesigen finanziellen Verlust für die Europäische Union und andererseits zur Zerstörung der marinen Umwelt  der Westsahara geführt. Die Kosten-Nutzen-Analyse belegt, dass das Abkommen die europäischen Steuerzahlerinnen und -zahler mehr kostet, als es einbringt, ja, dass es sich dabei um die gegenwärtig unrentabelste bilaterale Vereinbarung der EU handelt.

Anstelle eines Gewinns, wie ihn zahlreiche vergleichbare EU-Vereinbarungen erbringen, verzeichnete der Fischumsatz, bei Investitionen von 36.1 Millionen € gerademal 6 Millionen € pro Jahr (Siehe Seite 93).

Darüber hinaus weist der Evaluationsbericht darauf hin, dass weitere EU-Fischfang-Aktivitäten   die Fischbestände der Region, die bereits überfischt sind und  teilweise  von einheimischen Fischern überfischt werden, nachhaltig gefährden würde. (Siehe Seite 96).

Die EU-Fangflotte fischte  44‘000 Tonnen Fisch pro Jahr, was fünf Prozent des gesamten Fischfangs Marokkos und nur einen Bruchteil des 13-MillionenTonnen- Verbrauchs Europas ausmacht. Der Beitrag der EU-Flotte für  den europäischen Markt bezeichnet der Bericht als eher marginal (Siehe Seite 91).

Am 14. Dezember 2011 setzte das Europäische Parlament der EU-Marokko-Fischerei ein Ende – dies vor allem aufgrund der Besorgnisse über die Verletzung des Völkerrechts: Der grösste Teil der europäischen Fischerei-Aktivitäten  spielt sich nämlich in den Gewässern vor der besetzten Westsahara ab.

Trotz allem versucht die Europäische Union derzeit, mit Marokko ein neues Fischerei-Abkommen auszuhandeln, und dies – so hat es den Anschein – ohne dabei die strittige Frage um die Westsahara auch nur zu erwähnen.

Lesen Sie hier den Evaluationsbericht über das umstrittene partnerschaftliche Fischereiabkommen zwischen der EU und Marokko.

Hier finden Sie den Brief von Juni 2011 mit der Anfrage (initiiert von TransparentSea and Client Earth), um Veröffentlichung der Informationen zum Fischereiabkommen.








    


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Marokko hält den größten Teil seines Nachbarlandes, der Westsahara, besetzt. Jede Geschäftsbeziehung mit marokkanischen Firmen oder Verwaltungen in den besetzen Gebieten verleiht dieser Besetzung ein Stück politische Legitimität. Sie schafft Arbeitsplätze für marokkanische Siedler und verschafft der marokkanischen Regierung Einnahmen. Western Sahara Resource Watch fordert alle ausländischen Firmen auf, die Westsahara zu verlassen, bis eine Lösung dieses Konfliktes herbeigeführt worden ist.
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