Wie mit “grüner Energie” die Besatzung der  Westsahara verfestigt wird
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Western Sahara Resource Watch (WSRW) hat heute einen detaillierten Bericht darüber vorgelegt, wie Marokko dabei ist, bis über 1000 MW (Megawatt) Anlagen für die Gewinnung erneuerbarer Energien in der Westsahara zu installieren, einem Gebiet, das Marokko zu großen Teilen noch immer völkerrechtswidrig besetzt hält.
Veröffentlicht: 28.08 - 2013 07:08Druckversion    
„Diese geplanten Solar-und Windenergie-Projekte - egal wie „grün“ sie auch immer erscheinen mögen - , werden für die Menschen der Westsahara schwere Schäden hervorrufen.  Die erzeugte Energie wird dazu verwendet, die bereits illegale Aneignung von Ressourcen durch Marokko in der Westsahara noch zu verstärken und die laufenden Plünderungen zu intensivieren. Durch den Export der Energie in die EU und erst recht nach Marokko, ist die Besatzungsmacht bemüht, ihren völkerrechtlich unhaltbaren Anspruch über dieses Gebiet zu verfestigen“, so Sara Eyckmans, internationale Koordinatorin von WSRW.

Der Bericht: „Der dreckige grüne Marsch (Dirty Green March)“ kann hier heruntergeladen werden (bisher nur im Englischen Original).

Marokko verfügt über keine eigenen Öl- und Gasquellen, und seine Regierung hungert nach Energie. Der Bericht zeigt, dass die neue Frontlinie für die Erzeugung von Solar-und Windenergie genau durch das Gebiet verläuft, aus dem Tausende 1975 nach dem marokkanischen Überfall, propagandistisch flankiert mit dem „Grünen Marsch“, fliehen mussten.

Von heute an beträgt der Anteil der Gewinnung von Solar-und Windenergie in der Westsahara allenfalls 5,5 Prozent der gesamten Energie-Erzeugung Marokkos aus derartigen Quellen. Wie aus dem vorliegenden Bericht hervorgeht, könnte sich dieser Anteil jedoch bis zum Jahr 2020 auf erstaunliche 26,4 Prozent erhöhen.

Große transnationale Konzerne des „grünen“ Energiesektors, darunter die deutsche Siemens AG, haben sich bisher von der marokkanischen Regierung ködern lassen. Die meisten Unternehmen, die im Bericht genannt sind, haben auf Fragen von WSRW über ihre Pläne in der besetzten Westsahara nicht geantwortet. Heute schon, wenn dieser Bericht der Öffentlichkeit vorgestellt wird, werden bereits Geräte und Bauteile für die Installation von Windenergie – Anlagen im Hafen von El Aaiun in der Westsahara gelöscht.

Seit der Invasion hat die marokkanische Regierung die natürlichen Ressourcen der Westsahara selbstgefällig genutzt – unter Verletzung des Völkerrechts. Durch die größere Verfügbarkeit von Energie werden sowohl die Fischerei und als auch die Mineralstoff-Extraktionen noch lukrativer werden. Mittels dieser Energiepläne bindet  Marokko die besetzte Westsahara noch stärker sowohl an das eigene Staatsgebiet als auch an das europäische Energienetz, ein wahrhaft schlauer politischer Schachzug!

Da die rechtlichen Eigentümer des Gebietes, die saharauische Bevölkerung, den marokkanischen Plänen niemals zugestimmt haben, widersprechen diese Pläne einem Schlüssel- Rechtsgutachten der Vereinten Nationen in dieser Angelegenheit. Bis heute führen die Vereinten Nationen die Westsahara in der Liste der „nicht selbst regierten Gebiete“, also als eine Kolonie.

Kontakte:
Axel Goldau, WSRW-Vorstandsmitglied / Berlin, axel.goldau@freie-westsahara.eu
Sara Eyckmans, internationale WSRW-Koordinatorin / Brüssel, Tel.: +32 475458695, coordinator@wsrw.org
Erik Hagen, Vorstandssprecher WSRW / Oslo, Tel +47 45265619, info@vest-sahara.no


  Dirty Green March by WesternSahara



    


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Marokko hält den größten Teil seines Nachbarlandes, der Westsahara, besetzt. Jede Geschäftsbeziehung mit marokkanischen Firmen oder Verwaltungen in den besetzen Gebieten verleiht dieser Besetzung ein Stück politische Legitimität. Sie schafft Arbeitsplätze für marokkanische Siedler und verschafft der marokkanischen Regierung Einnahmen. Western Sahara Resource Watch fordert alle ausländischen Firmen auf, die Westsahara zu verlassen, bis eine Lösung dieses Konfliktes herbeigeführt worden ist.
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