Neuer Bericht: Phosphatexport aus der Westsahara halbiert
plundermap2020_610.png

Der Export von Phosphatgestein aus der besetzten Westsahara war noch nie geringer als 2019. Dies geht aus dem neuen WSRW-Bericht P for Plunder hervor, der heute veröffentlicht wurde.
Veröffentlicht: 24.02 - 2020 08:38Druckversion    
Western Sahara Resource Watch (WSRW) hat heute die neue Ausgabe des Jahresberichts P for Plunder veröffentlicht. Der Übersichtsbericht dokumentiert den Handel Marokkos mit Phosphatgestein aus der besetzten Westsahara im Kalenderjahr 2019.

Der Bericht zeigt, dass im Jahr 2019 19 Schiffe insgesamt 1,03 Millionen Tonnen Phosphat im Wert von schätzungsweise 90,4 Millionen US-Dollar aus dem besetzten Territorium ausgeführt haben.

Die englische Version des Berichts finden Sie hier.

Das ist die niedrigste jemals aufgezeichnete Menge. Im Vergleich zum Jahr 2018 haben sich die Ausfuhren praktisch halbiert.

Der massive Rückgang steht vor allem im Zusammenhang mit dem Rückzug der kanadischen Firma Nutrien, welche in den letzten Jahren rund 50% des umstrittenen Konfliktminerals importiert hat. Da das weiße Gold der Westsahara nun nicht mehr nach Nordamerika exportiert wird, sind nur noch eine Handvoll Unternehmen in den umstrittenen Handel involviert.

Der Anteil Indiens am Export liegt mittlerweile bei fast 50%, der Löwenanteil davon landete bei Paradeep, einem Joint-Venture des Office Cherifien de Phosphate (OCP).

Nicht weniger als ein Drittel der Exporte des Jahres gingen nach Neuseeland, an die Landwirtschaftsgenossenschaften Ravendown und Ballance Agri-Nutrients, die sich zunehmend der Kritik der neuseeländischen Zivilgesellschaft ausgesetzt sehen.

Das vergangene Jahr war außerdem von vier geheimnisvollen Lieferungen geprägt. Zwei davon waren kleinere Mengen, die nach Brasilien gingen. WSRW verdächtigt den Düngemittelproduzenten Fertipar als Importeur, hat jedoch keine Antworten auf seine Anfragen an das Unternehmen erhalten. Die anderen beiden Lieferungen gingen an zwei verschiedene Häfen in China. Es ist unklar, wer der Importeur ist.

Der Bericht gibt auch Aufschluss über Unternehmen, die an den technischen Aspekten der
Ausbeutung der Phosphatreserven der Westsahara in Marokko beteiligt sind, darunter Continental, Siemens, Worley und Epiroc/AtlasCopco, sowie über die Schifffahrtsunternehmen, die den Transport des umstrittenen Rohstoffs rund um den Globus sicherstellen.

Seit in Panama und Südafrika im Jahr 2017 Schiffe, die Phosphat aus der Westsahara transportierten, festgesetzt worden sind, hat bis heute keine einzige Ladung die Route über das Kap der Guten Hoffnung oder durch den Panamakanal genommen.

WSRW fordert alle am Handel beteiligten Unternehmen auf, den Kauf von Phosphat aus der Westsahara unverzüglich einzustellen, bis eine Lösung des Konflikts gefunden und dem saharauischen Volk die Ausübung seines Grundrechts auf Selbstbestimmung zugesichert wurde. Investoren werden aufgefordert, sich dafür zu engagieren bzw. ihre Anteile zu veräußern, es sei denn, die Unternehmen verpflichten sich eindeutig zum Rückzug aus dem Handel.

Entsprechende P for Plunder Berichte wurden auch in den Jahren 2014, 2015, 2016, 2017, 2018 und 2019 veröffentlicht. Eine englische Druckversion des neuen Berichts kann hier heruntergeladen werden (13Mb).


Seit Sie hier sind...
wird die Arbeit von WSRW mehr denn je gelesen und genutzt. Aber unsere finanzielle Situation ist schwierig. Unsere Arbeit braucht Zeit, Hingabe und Sorgfalt. Aber wir erledigen sie, weil wir glauben, dass es wichtig ist - und wir hoffen, dass Sie dies auch tun.
Wenn jeder, der unsere Website liest oder uns auf Facebook liked, einen Beitrag zu unserer Arbeit leisten würde - 3 €, 5 €, 27 € ... was Sie erübrigen können - würde die Zukunft von WSRW viel sicherer sein. Sie können hier in weniger als einer Minute an WSRW spenden.



    

Ganz nach oben
Neuigkeiten:

26.11 - 2020 / 26.11 - 2020Lebenslange Haftstrafen für politische Gefangene bestätigt
20.11 - 2020 / 20.11 - 2020DARS fordert Stopp aller Aktivitäten im Kriegsgebiet der Westsahara
20.11 - 2020 / 20.11 - 2020WSRW fordert Aussetzung des Fischereiabkommens zwischen EU und Marokko
20.11 - 2020 / 20.11 - 2020Westsahara laut EU-Kommission nicht Teil des Luftverkehrsabkommens
19.11 - 2020 / 19.11 - 2020Demonstrierende blockieren umstrittene Fabriken in Neuseeland
19.11 - 2020 / 16.11 - 2020Sahrauis in Deutschland kritisieren Siemens, Conti, DHL & Co
19.11 - 2020 / 13.11 - 2020Marokko startet Militäroffensive zur Öffnung des Plünderungskorridors
19.11 - 2020 / 19.11 - 2020EU Parlamentarier:innen: EU sollte Enel und Siemens warnen
16.11 - 2020 / 16.11 - 2020Siemens Gamesa mit neuem Großauftrag in besetzter Westsahara
12.10 - 2020 / 12.10 - 2020Keine schwedischen Lieferungen mehr an die Bou Craa-Mine
11.09 - 2020 / 08.09 - 2020Deutscher Anteil an Gewässerplünderung der Westsahara unerwartet groß
08.09 - 2020 / 08.09 - 2020DHL: Missachtung saharauischer Grundrechte für 5 Pakete pro Tag
08.09 - 2020 / 27.07 - 2020Bald 10 Jahre unrechtmäßige Haft: Lasst die Gdeim Izik Gruppe frei!
05.08 - 2020 / 27.07 - 2020Deutsche Post: Endlich Klarheit zu DHLs Geschäften in der Westsahara?
27.07 - 2020 / 27.07 - 2020Siemens weicht erneut Fragen zur Westsahara aus




EN ES FR DE AR


Marokko hält den größten Teil seines Nachbarlandes, der Westsahara, besetzt. Jede Geschäftsbeziehung mit marokkanischen Firmen oder Verwaltungen in den besetzen Gebieten verleiht dieser Besetzung ein Stück politische Legitimität. Sie schafft Arbeitsplätze für marokkanische Siedler und verschafft der marokkanischen Regierung Einnahmen. Western Sahara Resource Watch fordert alle ausländischen Firmen auf, die Westsahara zu verlassen, bis eine Lösung dieses Konfliktes herbeigeführt worden ist.


WSRW braucht Ihre Unterstützung

tn_sjovik_demo_610.jpg

Helfen Sie uns, die natürlichen Ressourcen der Westsahara für das saharauische Volk zu bewahren. Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende.

WSRW.org Archiv 2019 - 2015
WSRW.org Archiv 2014 - 2011
WSRW.org Archiv 2010 - 2005






Diese Internetseiten wurden von der norwegische Gewerkschaft Industri Energi gefördert