WSRW fordert Stopp der Kosmos-Finanzierung durch internationale Banken
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Western Sahara Resource Watch (WSRW) hat internationale Banken zu einem Stopp der Finanzierung des Erdölunternehmens Kosmos Energy aufgefordert. Diese US-Firma will Ölvorkommen vor der Küste der besetzten Westsahara erschließen.
Veröffentlicht: 10.12 - 2010 17:15Druckversion    
Foto oben: Saharauische Flüchtlinge auf den Kanarischen Inseln demonstrieren im Jahre 2009 gegen ein Versorgungsschiff von Kosmos Energy zur Unterstützung seiner seismischen Untersuchungen vor der Küste der Westsahara.

WSRW fordert internationale Banken auf, die Finanzierung von Kosmos einzustellen.

Western Sahara Resource Watch (WSRW) hat internationale Bankhäuser aufgefordert, eine weitere Finanzierung der US-Erdölfirma Kosmos Energy zu unterbinden. Dieses Unternehmen sucht nach Erdölvorkommen vor der Küste der besetzten Westsahara.

Gelänge es, Marokko mittels seines US-Partners, Kosmos Energy, Ölvorkommen vor der Küste der Westsahara zu erschließen, würde dies den von den Vereinten Nationen überwachten Friedensprozeß in diesem Gebiet unterminieren und zu einem Risiko für den dort erzielten Waffenstillstand führen. Gemäß internationalem Recht, das ein Expertengutachten aus dem Jahre 2002 für den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen widerspiegelt, ist es klar, dass die Ölsuche von Kosmos Energy in diesem Gebiet illegal ist.

Ungeachtet dessen setzt Kosmos seine programmierten Aktivitäten vor der Küste des besetzten Gebiets fort.

Während Kosmos sein Programm vor der Küste der Westsahara fortführt, ist das Unternehmen auch der Betreiber einer bedeutenden Erdölförderung vor der Küste Ghanas. Zur Erschließung der Ölreserven in Ghana, erhöhte Kosmos zur Projektfinanzierung in diesem Jahr seine Schulden um 350 Millionen US$, dies durch Übereinkünfte mit der Standard Chartered Bank, BNP Paribas SA, Société Generale, Crédit Agricole Corporate & Investment Bank, Crédit Suisse International, Citibank N.A., Natixis, HSBC Bank und der First Rand Bank Limited.

WSRW hat jetzt sowohl an diese Banken als auch an die International Finance Corporation und die Africa Finance Corporation appelliert, eine weitere Finanzierung des Unternehmens auszusetzen.

„Wir halten Ihre finanzielle Rückendeckung für dieses Unternehmen für beklagenswert. Wir sind der Meinung, dass es dieser Firma an Respekt für die Gemeinschaft mangelt, in der sie tätig ist. Der Aufruf ergeht an Sie als verantwortungsvolles Geldinstitut, geeignete Maßnahmen zu ergreifen und eine weitere finanzielle Unterstützung von Kosmos zu unterbinden – einschließlich in Ghana – bis das Unternehmen eine Politik entwickelt, die seiner sozialen Verantwortung gerecht wird, und begonnen hat, Basisgrundsätze der allgemein anerkannten Menschenrechte zu beachten“ heißt es in von Western Sahara Resource Watch (WSRW) an die Banken gerichteten Schreiben dieser Woche, zudem der Woche des 10. Dezember, des Internationalen Tags der Menschenrechte.

WSRW hat seit mehreren Jahren Kosmos aufgefordert, das Gebiet zu verlassen – doch leider vergeblich!

„Diese kleine Gruppe internationaler Geldinstitute sollte die Gelegenheit nicht verstreichen lassen, eine Ausweitung des Konflikts in der Westsahara zu verhindern. Wenn die Bohrungen in den Gewässern des besetzten Gebiets beginnen, möchten die Banken sicherlich kaum mit dieser wenig ethischen Firma assoziiert werden. Es ist notwendig, dass sie dieses Thema mit Kosmos anschneiden, solange noch Möglichkeiten dazu bestehen“, sagte Maiju Kaipiainen, Vorstandssprecherin von Western Sahara Resource Watch.

Kosmos nahm bereits im Jahre 2009 seismische Untersuchungen vor der Westsahara-Küste vor.

Siehe Briefbeispiele in englischer Sprache.

Weitergehende Fragen und Bemerkungen:
Maiju Kaipiainen
Western Sahara Resource Watch
wsrw.finland@gmail.com
www.wsrw.org

    


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Marokko hält den größten Teil seines Nachbarlandes, der Westsahara, besetzt. Jede Geschäftsbeziehung mit marokkanischen Firmen oder Verwaltungen in den besetzen Gebieten verleiht dieser Besetzung ein Stück politische Legitimität. Sie schafft Arbeitsplätze für marokkanische Siedler und verschafft der marokkanischen Regierung Einnahmen. Western Sahara Resource Watch fordert alle ausländischen Firmen auf, die Westsahara zu verlassen, bis eine Lösung dieses Konfliktes herbeigeführt worden ist.
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