Berlin und Rabat vereinbaren “grüne“ Energie-Partnerschaft
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Am 3. Juli 2012 unterzeichneten die Regierungen von Marokko und Deutschland eine Absichtserklärung, Marokkos Solar-und Windenergie-Potential mit Deutschlands industriellen Erfahrungen in diesem Bereich zusammenzuführen. Die Bundesregierung riskiere dabei, Projekte in der besetzten Westsahara zu fördern, warnt WSRW.
Veröffentlicht: 07.07 - 2012 10:58Druckversion    
Die gemeinsame Absichtserklärung über “die Errichtung einer Energie-Partnerschaft zwischen dem Königreich Marokko und der Bundesrepublik Deutschland“, die eben unterzeichnet wurde, konzentriert sich auf die Notwendigkeit der Weiterentwicklung einer bilateralen Partnerschaft, um Initiativen für erneuerbare Energien auszubauen und um die Notwendigkeit einer politische Unterstützung für das Desertec-Projekt - ein riesiges Solarprojekt in großen Teilen der Sahara - zu untermauern.
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Bis 2050 will Desertec 15% des europäischen Energiebedarfs durch Solarenergie aus der Sahara decken. Das Projekt wurde kritisiert, weil es die besetzte Westsahara miteinbezieht.  Noch immer findet sich auf der Internetseite der Desertec-Foundation eine Karte mit Solar-und Windenergie-Anlagen in den besetzten Gebieten der Westsahara.

Nach Protesten der Zivilgesellschaft kündigte Desertec 2010 an, dass es aus Gründer der Reputation keine Pilotprojekte in der Westsahara auflegen werde. Zu Folgeprojekten  allerdings hat Desertec bisher keinerlei Stellung bezogen.

Das transnationale Unternehmen Siemens mit Hauptsitz in Deutschland, eines der Hauptaktionäre der Desertec Industrial Initiative, arbeitet derzeit gemeinsam mit der marokkanischen Holding NAREVA an einem Windpark-Projekt in der besetzten Westsahara.

Die neue gemeinsame Erklärung macht keinerlei Angaben über den Geltungsbereich dieser Partnerschaft: Marokko betrachtet die Westsahara als eigenes Staatsgebiet. Weder die Bundesregierung noch die UNO oder der Internationale Gerichtshof erkennen die Westsahara als Teil von Marokko an.

    


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Marokko hält den größten Teil seines Nachbarlandes, der Westsahara, besetzt. Jede Geschäftsbeziehung mit marokkanischen Firmen oder Verwaltungen in den besetzen Gebieten verleiht dieser Besetzung ein Stück politische Legitimität. Sie schafft Arbeitsplätze für marokkanische Siedler und verschafft der marokkanischen Regierung Einnahmen. Western Sahara Resource Watch fordert alle ausländischen Firmen auf, die Westsahara zu verlassen, bis eine Lösung dieses Konfliktes herbeigeführt worden ist.
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